Gut gekleidet bist du, wenn acht Dinge stimmen, und keines davon ist ein Trend: Passform, Unterton, Proportionen, Stoff, ein Blickfang pro Outfit, Kontrast, ein Kleiderschrank für das Leben, das du wirklich führst, und die Wiederholung dessen, was funktioniert. Fang bei der Passform an, denn die kannst du schon diese Woche verbessern, und zwar an Kleidung, die du längst besitzt.
Auf dieser Seite
- Die acht Grundregeln auf einen Blick
- 1. Die Passform schlägt alles, auch den Preis
- 2. Kenn deinen Unterton, bevor du das nächste Teil kaufst
- 3. Deine Proportionen zählen, nicht die der Schaufensterpuppe
- 4. Der Stoff ist der eigentliche Luxus
- 5. Ein Blickfang pro Outfit
- 6. Trag deinen eigenen Kontrast
- 7. Kauf für das Leben, das du wirklich führst
- 8. Wiederhol, was funktioniert
- Das Muster hinter allen acht
- Häufige Fragen
Sich gut zu kleiden ist eine Fähigkeit mit erstaunlich wenigen Stellschrauben. Keine davon steht auf dem Moodboard dieser Saison, und genau deshalb funktionieren sie immer noch. Zu jeder Grundregel gibt es unten ein Do, ein Don't und einen Test, der eine Minute dauert, und die Tabelle zeigt alle acht auf einen Blick.
Die acht Grundregeln auf einen Blick
| # | Grundregel | Ein-Minuten-Test | Bestanden, wenn |
|---|---|---|---|
| 1 | Passform | Schulternaht, Ärmel und Saum im Spiegel prüfen | Die Schulternaht sitzt an der Schulterkante, und nichts zieht oder hängt |
| 2 | Unterton | Venen am Handgelenk, Gold gegen Silber, weißes Papier, bei Tageslicht | Zwei der drei Tests stimmen überein |
| 3 | Proportionen | In der Hose hinsetzen, in der Jacke die Arme heben | Leibhöhe, Schultern und Saum sitzen da, wo sie bei dir hingehören |
| 4 | Stoff | Das Etikett lesen, den Stoff in der Faust zerknüllen | Die erste genannte Faser hast du bewusst gewählt, und die Falten hängen sich aus |
| 5 | Ein Blickfang | Die Ideen im Outfit zählen | Ein lautes Teil, alles andere ruhig |
| 6 | Kontrast | Dein Gesicht bei Tageslicht fotografieren und in Schwarz-Weiß umwandeln | Der Kontrast deines Outfits liegt nah an dem deines Gesichts |
| 7 | Dein echtes Leben | Die Anlässe im Kalender dieses Monats zählen | Das meiste, was du kaufst, passt zu Anlässen, die es in deinem Leben wirklich gibt |
| 8 | Wiederholen, was funktioniert | Die Outfits fotografieren, die funktioniert haben | Du kaufst ein bewährtes Teil nach, bevor es weg ist |
1. Die Passform schlägt alles, auch den Preis
Ein günstiges Hemd, das sitzt, schlägt ein teures, das nicht sitzt. Ein auf den Träger zugeschnittener Anzug treibt die Passform auf die Spitze, und das fällt anderen schnell auf: In einer Studie von 2013 zeigten Ben Fletcher und Karen Pine 274 Personen höchstens fünf Sekunden lang einen Mann ohne Gesicht, entweder im Maßanzug oder im Anzug von der Stange. Die beiden Anzüge unterschieden sich nur in kleinen Details. Im Maßanzug bewerteten sie ihn bei vier der fünf Eigenschaften signifikant höher, darunter Erfolg und Gehalt. Bei der Vertrauenswürdigkeit war der Unterschied nicht signifikant. Es war nur ein Mann in zwei Anzügen, nimm das Ergebnis also als Hinweis und nicht als Gesetz.
Passform kannst du außerdem an Kleidung verbessern, die du schon besitzt. Ein Schneider ändert mehr, als die meisten erwarten, und weniger, als sie hoffen, denn Stoff lässt sich wegnehmen, aber nicht dazugeben (Gentleman's Gazette, zu Sakkos und Hosen). Achte beim Kauf auf das, was sich nicht ändern lässt, und überlass den Rest dem Schneider:
| Änderung | Aufwand | Grund |
|---|---|---|
| Hose kürzen, Bein verjüngen, Sakkoärmel enger machen | Einfach | Es wird nur Stoff weggenommen |
| Sakkoärmel um etwa einen halben Zoll (gut 1 Zentimeter) kürzen oder verlängern | Routine | Eine kleine Änderung |
| Die Bundweite der Hose um 2 bis 3 Zoll (5 bis 8 Zentimeter) ändern | Möglich, mit Grenzen | Hersteller lassen an der hinteren Mittelnaht meist mindestens so viel Nahtzugabe; darüber hinaus verschieben sich die Taschen |
| Die Leibhöhe der Hose ändern | Die aufwendigste Hosenänderung | Der Bund wird abgetrennt und der Reißverschluss ersetzt |
| Die Schultern eines Sakkos ändern | Nicht empfohlen | Das ganze Sakko ist um sie herum gebaut, und verbreitern lassen sie sich gar nicht |
| Ein Sakko verlängern | Nicht möglich | Es gibt keinen Stoff, den man dazugeben könnte |
Dieselbe Quelle nennt eine Faustregel für die Größe: Ein Kleidungsstück lässt sich höchstens um zwei Größen enger machen, ein Sakko um eine.
Do: Eine gute Änderungsschneiderei finden und sie nutzen wie ein Abo.
Don't: Die falsche Größe kaufen, nur weil auf dem Etikett deine übliche Zahl steht.
Test: Stell dich bei Tageslicht vor den Spiegel und geh die Sakko-Checkliste von Put This On durch: Die Schultern enden dort, wo deine eigenen Schultern enden, die Ärmel hängen ohne Dellen oder Falten, und nichts zieht am Knopf. Setz dich dann hin, greif nach vorn und heb die Arme. Zieht das Teil irgendwo, ist es die falsche Größe oder der falsche Schnitt.
In der Beispielanalyse, dem echten Ergebnis von Filip Poláček, Mitgründer von Wearly Labs, veröffentlicht mit seiner Einwilligung, ist auch die Passform ein Urteil, und das fällt in beide Richtungen aus. Ein klassischer, fest verarbeiteter Anzug ist für seinen Figurtyp Trapez ein „Tragen“, denn „Schulter und Rumpf sind so geschnitten, wie du gebaut bist, deshalb schließt er, ohne zu spannen“. Die verkürzte Anzughose mit Umschlag ist ein „Lassen“: „Enger, als es deiner Statur guttut.“ Ebenso das kastige Oversized-T-Shirt: „Überschnittene Schultern und ein kastiger Schnitt verstecken deine Kontur unter weitem Stoff.“ Jede Farbe und jeder Schnitt in einer Analyse von Wearly Labs bekommt eines von drei Urteilen mit Begründung: „Tragen“, „Kommt drauf an“ oder „Lassen“. „Kommt drauf an“ heißt: Es funktioniert unter einer Bedingung, die die Analyse nennt, bei einer Farbe etwa unterhalb der Taille, bei einem Schnitt etwa mit einem hüftlangen Oberteil.
2. Kenn deinen Unterton, bevor du das nächste Teil kaufst
Ob dein Unterton warm, kühl oder neutral ist, entscheidet über dein bestes Weiß, deine Metalle und darüber, ob Schwarz dein Freund ist oder dein Feind. Der Unterton bleibt, wie er ist, auch wenn deine Bräune kommt und geht, du musst ihn also nur einmal herausfinden.
Sieh den Venentest als Tendenz, nicht als Urteil. Venen führen rotes Blut, und welche Farbe du siehst, hängt davon ab, wie deine Haut Licht streut und schluckt, wie viel Sauerstoff das Blut enthält, wie tief die Vene liegt und wie breit sie ist und wie dein Auge das Ergebnis deutet (Kienle und Kollegen, Applied Optics, 1996). Nur der erste Punkt hat mit deiner Haut zu tun. Mach einen zweiten Test und vertrau dem Ergebnis, wenn zwei von drei übereinstimmen.
Do: Den Venentest am Handgelenk bei Tageslicht machen (grünliche Venen sprechen für warm, blauviolette für kühl), dann einen zweiten Test.
Don't: Farben trauen, die du unter warmem Ladenlicht anprobiert hast.
Test: Stell dich ans Fenster, aber nicht in die direkte Sonne, und halte erst Gold und dann Silber an die nackte Haut, danach ein weißes Blatt Papier und dann etwas Cremefarbenes neben das Gesicht. Warme Haut sieht neben Gold und Creme am besten aus, kühle neben Silber und Reinweiß. Passt beides, bist du vermutlich neutral. Deinen Unterton zu Hause bestimmen beschreibt alle drei Tests und erklärt, was ein neutrales Ergebnis bedeutet.
Was der Unterton entscheidet, ist konkret. Filips Farbtyp ist Deep Autumn, den Wearly Labs Dark Autumn nennt: warm, dunkel und satt. So sortiert seine Analyse die Weißtöne, die Schwarztöne und eine Farbe, die den Test nicht besteht:
| Farbe | Urteil | Begründung in der Beispielanalyse |
|---|---|---|
| Elfenbein | Tragen | „Ein warmer, weicher Neutralton, der deinen dunkleren Farben eine Ruhepause gibt.“ Sein bestes Weiß, am Kragen. |
| Reinweiß | Kommt drauf an, unterhalb der Taille | „Klar und hell, aber ohne die Wärme, die dein Gesicht braucht.“ |
| Espresso | Tragen | „Warm, tief und weich: Dieser Ton spiegelt deine Farben sehr genau.“ Sein Schwarz. |
| Schwarz | Kommt drauf an, unterhalb der Taille | „Klar und tief, aber seine Kühle wirkt nah an deiner Haut falsch.“ |
| Fuchsia | Lassen | „Sein eisiger Pinkton beißt sich mit der Wärme unter deiner Haut.“ |
Sein Metall ist Gold, und auch Bronze, Kupfer, Messing und poliertes Gold passen. Spiegelblankes Silber bleibt von seinem Gesicht fern. „Kommt drauf an“ ist kein Verbot: Reinweiß und Schwarz bleiben auf seiner Palette, für Hose und Schuhe.
3. Deine Proportionen zählen, nicht die der Schaufensterpuppe
Jeder Schnitt wird für einen Referenzkörper entworfen, der vermutlich nicht deiner ist. Auch Größentabellen sind Referenzkörper: Die ASTM-Größentabelle für Frauen in den USA, D5585-11, geht von einer Frau mit 65,5 Zoll (rund 166 Zentimetern) Körpergröße aus, und ein Vergleich von 2016 mit den Körpermaßen von SizeUSA ergab, dass ihre Taillenweiten kleiner ausfallen als bei echten Amerikanerinnen. Wo deine Schultern, deine Taille und deine Beine tatsächlich sitzen, entscheidet, was ein Kleidungsstück an dir macht.

Do: Die zwei oder drei Punkte kennen, bei denen du keine Kompromisse machst (Leibhöhe, Schulterverarbeitung, Saumlänge).
Don't: Nach einem einzigen falschen Schnitt beschließen, dass dir eine ganze Kategorie „nicht steht“.
Test: Setz dich in der Hose hin, heb in der Jacke die Arme und prüf dann drei Dinge: wo der Bund im Verhältnis zum Nabel sitzt, wo die Schulternaht liegt und wo der Saum im Verhältnis zu Hüftknochen oder Knöchel endet.
Bei Filip stehen diese Punkte ausdrücklich in der Beispielanalyse: bei jeder Hose eine mittlere Leibhöhe knapp unter dem Nabel, Oberteile und Strick, die über den Hüftknochen reichen, und Jacken, die die Hüfte bedecken. Sein Figurtyp ist Trapez: Die Schultern sind leicht betont, und der Körper wird zur Hüfte hin gleichmäßig schmaler. Ein falscher Schnitt verurteilt keine ganze Kategorie, und bei den Hosen kommen in seiner Analyse alle drei Urteile vor:
| Hosenschnitt | Urteil | Begründung in der Beispielanalyse |
|---|---|---|
| Gerade Jeans | Tragen | „Bund und Gesäßpartie sind für deine Statur geschnitten, so fällt das Bein gerade, ohne zu ziehen.“ |
| Schmal zulaufende Hose | Tragen | „Sie ist auf deinen Körperbau geschnitten: Der Bund sitzt gerade, und ab dem Knie läuft das Bein sauber schmal zu.“ |
| Jogginghose mit Bündchen | Kommt drauf an, mit hüftlangem Oberteil | „Das Bein fällt gerade, statt sich auf dem Schuh zu stauchen. Gut mit einem hüftlangen Pullover darüber.“ |
| Skinny Jeans | Lassen | „Enger, als es deiner Statur guttut, deshalb liegt das gerade Hosenbein eng an, statt locker zu fallen.“ |
| Weite Hose mit hohem Bund | Lassen | „Das weite Bein beginnt an einem Bund, der für dich auf der falschen Höhe sitzt.“ |
| Hose mit tiefem Bund | Lassen | „Das gerade Bein passt, aber der tiefe Bund sitzt unter deiner eigentlichen Leibhöhe.“ |
Dieselbe Kategorie, drei Urteile, und jede Begründung dreht sich um Leibhöhe, Weite oder Länge. Keine davon betrifft Hosen an sich. Figurtypen sind Namen, keine Probleme: Die Figuranalyse zeigt, wie aus einem Figurtyp und einer Linie Schnitte werden.
4. Der Stoff ist der eigentliche Luxus
Das Material entscheidet, wie ein Teil fällt, wie es altert und wie es auf Fotos aussieht. Polyester, das sich als Wolle ausgibt, täuscht auf einen Meter Abstand niemanden. In den USA verrät dir das Etikett, wofür du zahlst: Bei den meisten Kleidungsstücken muss es jede Faser als Prozentanteil am Gewicht nennen, in absteigender Reihenfolge, die zuerst genannte Faser hat also den größten Anteil (FTC). Fasern unter 5 Prozent fallen unter „sonstige Fasern“. Ausnahmen sind Wolle, die immer genannt wird, und eine Faser, die schon in dieser Menge eine Aufgabe erfüllt, etwa Elastan für die Dehnbarkeit: Sie darf genannt werden.
Do: Erst das Etikett mit der Materialzusammensetzung lesen, dann das Preisschild.
Don't: Logo-Preise für Plastikstoff zahlen.
Test: Zerknülle den Stoff fünf Sekunden lang in der Faust und lass los. Knitterfalten, die bleiben, trägst du spätestens mittags mit dir herum.
Eine Kunstfaser ist nicht das Problem, der Preis ist es. In der Beispielanalyse ist technisches Nylon ein „Tragen“, weil es Kanten und Falten scharf hält. Die Urteile zu Materialien richten sich danach, wie sich ein Stoff verhält:
| Stoff | Urteil | Begründung in der Beispielanalyse |
|---|---|---|
| Feinstrick (Merino, Kaschmir) | Tragen | „Ein weiches, schlichtes Material mit sauberem Fall, gut für Basics im Alltag.“ |
| Technisches Nylon | Tragen | „Ein fester, glatter Stoff, der Kanten und Falten scharf hält.“ |
| Tweed | Kommt drauf an, ein Teil pro Outfit | „Schwer und strukturiert: Er hält seine Form auch bei einem ganzen Mantel oder Anzug.“ |
| Stretch-Denim | Lassen | „Hängt und klebt, statt eine Kante zu halten, und passt nicht zu deinen geraden Linien.“ |
| Samt | Lassen | „Satter Glanz, aber das Gewicht zieht die Form nach unten statt nach oben.“ |
Jede Begründung beschreibt, wie sich der Stoff verhält, nicht, was er kostet.
5. Ein Blickfang pro Outfit
Ein auffälliger Schnitt, eine auffällige Farbe oder ein auffälliges Accessoire. Such dir eins aus, und der Rest hält still. Outfits scheitern meistens an zu vielen Ideen, nicht an zu wenigen.

Do: Eine ruhige Basis aufbauen und dann das eine laute Teil dazunehmen.
Don't: Drei Blickfänge übereinanderstapeln und das Persönlichkeit nennen.
Test: Tritt drei Schritte vom Spiegel zurück und nenn das Erste, was du siehst. Brauchst du zwei Antworten, leg ein Teil ab.
Die Beispielanalyse zeigt die Regel in der Praxis. Ihre Kombination „Farbstatement“ lautet: „Weinrot bestimmt die Brustpartie, Mitternachtsblau kommt als Lage daneben, warmes Greige hält die Hose ruhig und zurückhaltend.“ Eine Farbe führt, die anderen halten still. Bei Mustern gilt dieselbe Regel: Sie wirken am besten, wenn sie „fein und zurückhaltend sind, etwa ein Strick in Melange oder eine kleine Birdseye-Struktur auf Anzugstoff“. Color-Blocking ist ein „Lassen“: „So große Farbflächen wirken an dir wie Formen, nicht wie Kleidung.“ Schottenkaro ebenfalls, denn es „dominiert, statt dich zu kleiden“.
6. Trag deinen eigenen Kontrast
Kontrast ist der Hell-Dunkel-Unterschied zwischen deinen Haaren, deiner Haut und deinen Augen, und er bestimmt, wie weit zwei Farben in einem Outfit auseinanderliegen sollten. Sind diese drei bei dir ähnlich hell oder dunkel, tragen harte Schwarz-Weiß-Blöcke dich statt du sie. Wenn du von Natur aus viel Kontrast hast, radiert dich ein Outfit ganz in Beige aus. Der Kontrast deines Outfits sollte den deines Gesichts aufgreifen.
In der Herrenmode richtet man sich schon länger nach dem Kontrast. Alan Flussers Dressing the Man rät, den Kontrast von Haar und Haut in der Kleidung aufzugreifen, besonders bei den Teilen, die das Gesicht einrahmen (so fasst es The Rake zusammen). Einem Mann mit hohem Kontrast steht ein dunkler Anzug mit weißem oder sehr hellem Hemd, einem mit mittlerem Kontrast ein marineblauer Blazer mit Chambray-Hemd.
Do: Bei wenig Kontrast Ton in Ton kombinieren, bei viel Kontrast deutliche Farbblöcke setzen.
Don't: Das Outfit von jemandem mit dem gegenteiligen Kontrast kopieren und dasselbe Ergebnis erwarten.
Test: Ein Schwarz-Weiß-Foto deines Gesichts bei Tageslicht. Wie du es liest, steht unten bei den häufigen Fragen.
In der Beispielanalyse ist Kontrast ein Regler, und Filips liegt eher im hohen Bereich. Seine Basis für jeden Tag setzt Elfenbein an die Brust und tiefe Farben darunter: „Elfenbein öffnet die Brustpartie, Schokobraun liegt als tiefe Lage darüber, und eine Hose in Espresso gibt dem ganzen Outfit Halt.“ Hahnentritt ist für ihn ein „Tragen“: „Das feine Muster mit scharfen Kanten passt zu deiner Statur und zu dieser klaren, kontrastreichen Farbgebung.“
7. Kauf für das Leben, das du wirklich führst
Was du für dein Fantasie-Ich kaufst (das Galakleid, der dritte Anzug, obwohl du im Job Hoodie trägst), ist pro Tragen gerechnet das teuerste Teil im Kleiderschrank. Die Kosten pro Tragen sind der Preis geteilt durch die Häufigkeit, mit der du das Teil trägst: Ein Kleid für 300 Dollar, das du zweimal trägst, kostet 150 Dollar pro Tragen, und eine Jeans für 60 Dollar, die du 100-mal trägst, 60 Cent.
Die Daten zu Kleiderschränken zeigen in dieselbe Richtung. In Großbritannien ergab die Umfrage von WRAP aus dem Jahr 2022 unter mehr als 6.000 Erwachsenen, dass im durchschnittlichen Kleiderschrank 118 Kleidungsstücke hängen, ein Viertel davon (26 Prozent, 31 Teile) seit mindestens einem Jahr ungetragen. Kleider und Röcke hingen am ehesten ungetragen im Schrank (43 und 44 Prozent), während Basics wie Jeans und Sweatshirts deutlich häufiger getragen wurden.
Do: Vor dem Kauf in deinen echten Kalender schauen, und was er einmal im Jahr zeigt, mieten oder leihen.
Don't: Anlassmode für Anlässe besitzen, zu denen du einmal im Jahr gehst.
Test: Nenn vor dem Bezahlen den Tag, an dem du es zum ersten Mal trägst. Fällt dir keiner ein, leg es zurück.
Die Beispielanalyse geht vom selben Punkt aus. Der Fragebogen fragt, für welche Situationen du dich anziehst, und die sechs Outfits richten sich danach. Bei Filip sind es „Alltag“, „Wochenende“, „Entspannt“, „Streetwear“, „Urban“ und „Date“. Eine Gala ist nicht dabei, weil er keine gewählt hat.
8. Wiederhol, was funktioniert
Gut gekleidete Menschen wiederholen sich oft, nur unauffällig. Wenn ein Outfit funktioniert, sagt dir das etwas. Schreib es auf, kauf es nach, bau Varianten davon. Eine persönliche Uniform wirkt vielleicht fantasielos, dabei ist sie ein Problem, das du gelöst hast. Was du wiederholst, ist eine Formel, kein Kleidungsstück: Fotografier das Outfit im Spiegel an dem Tag, an dem es funktioniert, und schreib auf, was den Ton angab, was darunter lag und was unterhalb der Taille saß.
Do: Bewährte Teile nachkaufen, bevor sie aus dem Sortiment fliegen.
Don't: Eine funktionierende Formel aus Langeweile aufgeben, obwohl die Formel gar nichts dafür kann.
Test: Schau auf den letzten Monat zurück und such das Outfit, zu dem du zweimal gegriffen hast. Schreib es auf. Das ist deine erste Formel.
Die Beispielanalyse liefert dir fünf davon unter „Kombinationen, die immer funktionieren“. Lies zwei nebeneinander. Fürs Büro: „Rost führt oben, Camel liegt darunter, und Khaki hält sich in der Hose zurück.“ Wochenende: „Terrakotta wärmt die Brustpartie, Senf vertieft die Lage darüber, Anthrazit erdet alles unterhalb der Taille.“ Der Aufbau ist beide Male derselbe: eine führende Farbe an der Brust, eine Lage darunter oder darüber, eine ruhige Farbe unterhalb der Taille. Khaki und Anthrazit sind für ihn Farben mit „Kommt drauf an“, und beide Formeln lassen sie in der Hose.
Das Muster hinter allen acht
Sechs dieser acht Regeln hängen von Fakten über dich ab: deinem Körper (Regel 1 und 3), deinem Unterton (2), deinem Kontrast (6), deinem tatsächlichen Leben (7) und dem, was an dir schon funktioniert hat (8). Gut gekleidet zu sein ist also vor allem eine Frage des Wissens, und Wissensfragen haben eine angenehme Eigenschaft: Das Wissen kannst du dir einfach holen. Ein Fenster, ein Spiegel und eine Handykamera bringen dich schon weit. Eine Analyse von Farbtyp und Figurtyp misst die Regeln 2, 3 und 6 für dich, und die Beispielanalyse zeigt, was dabei herauskommt.
Häufige Fragen
Mit großem Abstand mit der Passform. Ein Nachmittag in der Änderungsschneiderei mit Kleidung, die du schon hast, bringt mehr als jede Shoppingtour. Fang mit Hosensäumen, Ärmellängen und Bundweiten an, den Änderungen, die ein Schneider ohne Weiteres erledigt (siehe die Tabelle unter Regel 1).
Ein Schwarz-Weiß-Foto deines Gesichts zeigt es sofort: Verschwimmen Haare, Haut und Augen ineinander, hast du wenig Kontrast. Heben sie sich deutlich voneinander ab, viel. Liegt es dazwischen, ist er mittel. Mach das Foto bei Tageslicht und ohne Filter, denn beides verändert den Abstand.
Fang mit deinem Unterton und deinem Kontrast an, bei Tageslicht. Zusammen damit, wie hell oder dunkel und wie leuchtend oder gedeckt deine Farben sind, ordnen sie dich einem von 12 Farbtypen zu, und ein Farbtyp gibt dir eine Palette. Farbanalyse nach Jahreszeiten: So funktioniert sie geht alle zwölf durch, und die Seite zur Farbanalyse zeigt, wie eine Analyse von Wearly Labs jede Farbe mit „Tragen“, „Kommt drauf an“ oder „Lassen“ markiert.
Kauf, was du am meisten trägst, und rechne pro Tragen. Eine Jeans für 60 Dollar, die du 100-mal trägst, kostet pro Tragen weniger als ein Kleid für 300 Dollar, das du zweimal trägst, und wie oft du etwas trägst, entscheiden Passform, Stoff und dein Kalender mehr als der Preis.
Fang bei den drei Stellen an, an denen ein Kleidungsstück zu dir passen muss: wo die Leibhöhe sitzt, wo die Schulternaht liegt und wo der Saum endet. Wähle dann Schnitte, die dem Verhältnis von Schultern, Taille und Hüfte folgen, statt etwas davon zu verstecken. Die Figuranalyse liest deinen Figurtyp und deine Linie (klar, mittel oder weich) ab und sagt dir, welche Schnitte daraus folgen.
Nein. Trends kommen und gehen in Zyklen, Passform, Unterton, Kontrast und dein Kalender nicht. Trends kommen und gehen, deine Farben bleiben hat einen Filter aus zwei Fragen, mit dem du die Trends findest, die sich zu übernehmen lohnen.
Nein. Nichts hier begrenzt, wie viel Kleidung du besitzt oder wie auffällig sie ist. Die Regeln legen fest, was zu dir passt, und nicht, wie viel Spaß du darin hast.



