Soft Natural ist der Kibbe-Typ für weiche, unstrukturierte Kleidung, und er trifft auf dich zu, wenn streng Geschneidertes an dir aufgesetzt wirkt und lockere Teile mit Textur ganz natürlich. Kibbe selbst nennt seine Typen Image Identities. In Metamorphosis (1987) beschreibt David Kibbe ihn als Natural mit romantischer Unterströmung: kantiger Knochenbau, abgemildert durch weiches Körpergewebe, eine sanfte Taille und volle Gesichtszüge. In unserer Lesart heißt das: weiche Konstruktion, normales Volumen, eine Linie zwischen gerade und rund und eine Vertikale, die neutral bis streckend ist.
Auf dieser Seite
- Kibbe Soft Natural auf einen Blick
- Bin ich Soft Natural?
- Ein Kibbe-Typ ist kein Figurtyp
- Was Soft Natural von deiner Kleidung verlangt
- Schnitte, die bei Soft Natural funktionieren
- Schnitte, die gegen Soft Natural arbeiten
- Soft Natural für Männer
- Typen, die mit Soft Natural verwechselt werden
- Deine Körpermerkmale wiegen mehr als dein Typ
- Häufige Fragen
Kibbe Soft Natural auf einen Blick
- Körperbau in Kibbes Profil von 1987: kantige Knochen, weiches Körpergewebe, sanfte Taille, volle Gesichtszüge, bis 5 Fuß 7 Zoll.
- Was die Kleidung verlangt, in unserer Lesart: weiche Konstruktion, normales Volumen, Linie zwischen gerade und rund, Vertikale neutral bis streckend.
- Was funktioniert: Blazer mit weicher Schulter, locker betonte Taille, Textur, Hosen mit Platz am Oberschenkel, weiter oder ausgestellter Rock.
- Was gegen dich arbeitet: markante Schulter, steifer Stoff, hautenge Hosen, harte Geometrie, Rock in A-Linie.
- Am häufigsten verwechselt mit: Flamboyant Natural, der von normal bis weit reicht und eine gerade Linie mit stumpfen Kanten hat.
Bin ich Soft Natural?
Hier geht es darum, wie deine Kleidung gebaut sein sollte, nicht darum, wie sich deine Breite verteilt. Eine Statur vom Typ Soft Natural wirkt eher entspannt als kantig, ihre Konturen gehen weich ineinander über, statt sich scharf abzusetzen, und die sanfte Taille reagiert auf eine Andeutung, nicht auf eine Konstruktion. Scharfkantige Geometrie wirkt an diesem Körper aufgezwungen, Weichheit dagegen selbstverständlich. Alle zehn Typen nebeneinander findest du in Kibbe-Körpertypen einfach erklärt.
Kibbes eigener Umriss, den er als grob gefasst bezeichnet und der an der einen oder anderen Stelle abweichen darf, solange das Gesamtgleichgewicht stimmt:
- Größe: mittel bis eher klein, bis 5 Fuß 7 Zoll (rund 170 cm).
- Knochen und Schultern: leicht kantige Knochen, leicht eckige oder breite Schultern.
- Körper: etwas weich, mit einer im Verhältnis zu Brust und Hüfte etwas schmaleren Taille, „leicht kurvig, neigt zur Sanduhrform, aber nicht extrem“.
- Gesichtszüge: voll und rund.
- Nicht zu erwarten: ein extrem gerader Körper, extrem scharfe Züge oder Knochen, extreme Größe oder ein symmetrischer Körperbau.
Das ist der Text von 1987. David Kibbe's Power of Style (2025) bezeichnet der Verlag als Überarbeitung und Aktualisierung des Image-Identity-Systems. Lies den Umriss von 1987 also als das Original, nicht als Kibbes letztes Wort.
Der Test in der Umkleide braucht drei Kleidungsstücke und je eine Frage:
- Schulter. Zieh einen Blazer mit scharfer, steif gebauter Schulter an, danach einen Blazer mit weicher Schulter aus einem Stoff, der etwas nachgibt. Ein Ja heißt: Der erste setzt eine Ecke dorthin, wo dein Körper eine Rundung hat, und der zweite sieht aus, als wäre er für dich gemacht.
- Volumen. Probier denselben Blazer in Oversize. Ein Ja heißt: Er verschluckt dich, statt gewollt zu wirken. Das spricht für normales Volumen und trennt diesen Typ von Flamboyant Natural.
- Taille. Trag einen geschmeidigen Gürtel locker über einem weichen Top, dann zieh die Taille eng zu. Ein Ja heißt: Die lockere Variante sieht nach dir aus, denn Kibbe verlangt eine Taille, die „definiert ist, wenn auch locker, und nicht eng geschnürt“.
Dreimal Ja passt zu diesem Profil. Eine scharfe Schulter, die an dir gut aussieht, ist die einzige Antwort, die nicht passt, weil die Konstruktion hier die Hauptachse ist.
Ein Kibbe-Typ ist kein Figurtyp
Der Figurtyp sagt, wie sich deine Breite verteilt, etwa bei einer Birne, einer Sanduhr oder einem Rechteck. Ein Kibbe-Typ beantwortet eine andere Frage: wie deine Kleidung gebaut sein sollte.
Nimm den Figurtyp Birne, mit Hüften, die breiter sind als die Schultern. Der Midirock in A-Linie gehört zu den Schnitten, die die Seite zur Birne für diesen Figurtyp nennt, weil er sich ab der Taille löst und die Hüfte freilässt. Ist eine Frau mit diesem Figurtyp vom Typ Soft Natural, setzt Kibbes Liste von 1987 „symmetrische Röcke (d. h. A-Linien)“ auf die No-Go-Liste und verlangt einen weiten oder ausgestellten Rock, der flach über der Hüfte liegt. Die Hüfte bleibt gleich, und der Rock, der sie freilässt, wechselt mit dem Typ.
Die eine Antwort lässt sich nicht in die andere umrechnen. Aus der Birne erfährst du nichts über den Typ, und aus dem Typ nichts darüber, wie sich deine Breite verteilt.
Unsere Analyse geht von derselben Frage aus, aber deine Seite nennt keinen Kibbe-Typ. Sie liest zwei Dinge, deinen Figurtyp und deine Linie (klar, mittel oder weich), und gibt jedem Schnitt ein Urteil, „Tragen“, „Kommt drauf an“ oder „Lassen“, mit Begründung.
In der Beispielanalyse, dem Ergebnis eines Mannes mit dem Figurtyp Trapez und mittlerer Linie, ist der klassische, fest verarbeitete Anzug ein „Tragen“: „Schulter und Rumpf sind so geschnitten, wie du gebaut bist.“ Der weiche Anzug aus strukturierter Wolle ist ein „Lassen“: „Die runden, weichen Nähte verwischen eine Statur, die mit klaren Kanten besser zur Geltung kommt.“ Wildleder und Flanell sind ein „Kommt drauf an“: ein Teil pro Outfit. Die ganze Analyse findest du auf der Seite Figuranalyse.
Was Soft Natural von deiner Kleidung verlangt
Kibbe beschreibt seine Typen in seinen eigenen Worten. Für Soft Natural ist die Silhouette „weich, fließend und unstrukturiert, aus entspannten Linien mit weichen Kanten“, die Schultern „dürfen breit und gepolstert sein, aber nie scharf“, und klassisch geschneiderte Anzüge sind, in seiner Formulierung, „No-Gos“. Die vier Achsen unten übersetzen das in Kriterien, an denen du ein Kleidungsstück messen kannst.
- Konstruktion: weich. Unstrukturiert. Das Kleidungsstück folgt dem Körper, statt ihn einzurahmen.
- Volumen: normal. Normaler Schnitt, weder figurnah noch oversized. Kibbes No-Go-Liste nennt beide Enden, „weite, formlose Silhouetten“ und „figurnahe Silhouetten“. Von den Typen, die nur weiche Konstruktion zulassen, ist das der einzige, der allein auf normales Volumen festgelegt ist.
- Linie: zwischen gerade und rund. Sauber, aber nicht kantig, weich, aber nicht zerfließend. Kibbes Fassung: „entspannte Geometrie mit abgerundeten Kanten“ und „dezente Drapierung und Fall, besonders im Schrägschnitt“.
- Vertikale: neutral bis streckend. Länge ist willkommen, aber kein Muss, deshalb darfst du die Silhouette hier an der Taille unterbrechen, anders als bei den streckenden Typen.
Die Konstruktion ist die Hauptachse, und ein Konflikt dort ist ein deutliches Nein. Alles andere ist eine Frage von besser oder schlechter.
Schnitte, die bei Soft Natural funktionieren
Jedes Teil trägt ein Urteil in der Kurzform unserer Analyse, dazu die Achse dahinter.
- Tragen: Blazer mit weicher Schulter. Er hat eine Jackenform, eine sanfte Taille und oben keine harte Ecke, die Konstruktion bleibt also weich. Polsterung ist erlaubt: Kibbe schreibt, die Schultern „dürfen verlängert und gepolstert sein, sollen aber nicht scharf oder steif wirken“.
- Tragen: Wickeltop, Wickelkleid oder Mantel mit Gürtel. Alle drei markieren die Taille durch Wickeln oder Binden statt durch Konstruktion, und von genau diesem Unterschied lebt der Typ. Ein Hemdblusenkleid und ein geschmeidiger Gürtel funktionieren genauso.
- Tragen: Stoff mit Textur. Flanell, Wildleder, angeraute Baumwolle, feiner Merinostrick. Kibbes eigene Liste reicht von Flammé- und Noppengeweben, Taschentuchleinen, Rohseide, flauschigem Strick und Bouclé bis zu Wildleder und butterweichem Leder, deshalb kann ein schlichtes Teil mit Textur ein ganzes Outfit tragen, ohne markanten Schnitt.
- Tragen: Hosen mit Platz am Oberschenkel. Gerade Hosen, gerade Hosen mit hohem Bund, eine Chino mit Bewegungsfreiheit. Kibbe will sie leicht und etwas drapiert und schließt strenge, herrenhaft geschnittene Modelle ebenso aus wie weite, formlose, und so bleibt das Volumen normal.
- Tragen: weiter oder ausgestellter Rock. Einer, der flach über der Hüfte liegt, oder ein Hemdblusenkleid aus einem Stoff mit etwas Stand. Das sind Kibbes eigene Empfehlungen, und beide halten das Volumen normal.
- Kommt drauf an: gerader Rock. Nur wenn er leicht, drapiert oder etwas zulaufend ist. So beschreibt Kibbe den geraden Rock, den er gelten lässt.
- Tragen: Lagen, die sich bewegen. Ein Hemd mit Reverskragen, ein Flanellhemd, ein Feinstrickpullover über einem schweren T-Shirt. Kibbe nennt es für diesen Typ ausgezeichnet, wenn man einzelne Teile erkennbar kombiniert, mit einer kunstvollen Mischung aus Texturen, Farben und Mustern, und Lagen bei normalem Volumen machen ein Outfit interessanter, ohne übers Ziel hinauszuschießen.
Die Liste ist nicht abschließend. Jedes Teil, das nicht darauf steht, lässt sich an denselben vier Achsen prüfen, deshalb zählen die Achsen mehr als die Liste. Die endgültige Entscheidung fällt pro Person, nicht pro Typ: Zwei Menschen vom Typ Soft Natural können bei derselben Jacke unterschiedliche Antworten brauchen, sobald ihre Proportionen ins Spiel kommen.
Schnitte, die gegen Soft Natural arbeiten
- Lassen: markante Schulter. Eine eckige, steif gebaute Schulter verstößt gegen die Konstruktion, also gegen die Hauptachse, und ist deshalb ein deutliches Nein und nicht bloß knapp daneben. Sie setzt eine harte Ecke dorthin, wo diese Statur eine Rundung hat. Polsterung ist erlaubt, es scheitert also an der Kante.
- Lassen: steifer Stoff. Feste Gewebe, harte Oberflächen, schwere Einlagen. Ein formeller, steifer Anzug ist der typische Fehlgriff, und er scheitert an der Bauweise, nicht an der Förmlichkeit.
- Lassen: hautenge Hosen und Leggings. Das Volumen ist normal, hauteng liegt also am falschen Ende, und gleichzeitig verschwindet der Platz am Oberschenkel.
- Lassen: harte Geometrie. Streng architektonische Formen, steife kastige Schnitte, alles, was gebaut ist, um eine Form zu halten, die der Körper von sich aus nicht hat. Kibbes No-Go-Liste: „scharfe Geometrie“ und „breite, klobige und kastige Formen“.
- Lassen: Rock in A-Linie. Kibbes Liste nennt ihn als symmetrischen Rock, neben langen, bleistiftschmalen, und der Rock, der stattdessen funktioniert, liegt flach über der Hüfte.
- Lassen: überladene Details oder gar keine. Zu viele Raffungen, Biesen und Borten wirken unruhig an einer entspannten Statur, und ein Teil ganz ohne Details wirkt flach. Kibbe verlangt Details, die „locker, entspannt, zart und leicht kunstvoll“ sind: Ein geschmeidiger Gürtel oder ein einziges Schmuckstück mit Textur reicht schon.
- Kommt drauf an: glänzender Stoff. Kibbes Regel ist präzise: Glänzende Stoffe „kann man abends mühelos tragen, am Tag lässt man sie aber beiseite“, abgesehen vom leichten Schimmer einer Textur wie Shantung. Bei Tageslicht leisten matte und strukturierte Oberflächen hier mehr.
Soft Natural für Männer
Metamorphosis wendet sich an Frauen: Das Kapitel zu Soft Natural nennt den Look eine „Fresh and Sensual Lady“, und jedes Beispiel, das es nennt, ist eine Frau. Die vier Achsen gelten in der Herrenmode unverändert, nur die Kleidungsstücke heißen anders. Wie Figurtypen in der Herrenmode funktionieren, steht in Proportionen und Passform.
Die Garderobe eines Mannes vom Typ Soft Natural besteht aus weichen, unstrukturierten Lagen, Henley-Shirts und Feinstrick, Chinos mit Bewegungsfreiheit und Wildleder. Sie funktioniert, weil jedes Teil beim normalen Volumen bleibt und die Konstruktion weich ist. Ein Henley-Shirt unter einem unstrukturierten Sakko, eine Chino mit echtem Platz am Oberschenkel, eine Jacke aus Wildleder oder weichem Leder statt einer steifen.
Was nicht funktioniert, sind markante Schultern, steife formelle Anzüge und glänzender Stoff bei Tageslicht. Bei Businesskleidung wird das teuer, weil der klassische gute Anzug genau verkehrt gebaut ist. Die Lösung ist eine weiche Schulter, ein ungefüttertes oder nur leicht gefüttertes Sakko und ein Stoff mit Textur: gleiche Förmlichkeit, andere Konstruktion.
Typen, die mit Soft Natural verwechselt werden
Soft Natural neben den Typen, mit denen er verwechselt wird, gelesen an zwei der vier Achsen, die diese Reihe für jeden Typ verwendet:
| Typ | Volumen | Linie |
|---|---|---|
| Soft Natural | Normal | Zwischen gerade und rund |
| Flamboyant Natural | Normal bis weit | Gerade, stumpfe Kanten |
| Soft Dramatic | Normal bis weit | Rund und fließend |
| Romantic | Figurnah bis normal | Rund |
| Soft Classic | Figurnah bis normal | Rund und fließend |
| Dramatic Classic | Normal | Gerade |
Vergleiche jede Zeile mit der ersten. Die Konstruktion ist überall weich, außer bei Dramatic Classic, der von weich bis strukturiert reicht, und bei der Vertikale trennen sich Flamboyant Natural und Soft Dramatic (streckend) von Romantic und Soft Classic (neutral).
Die häufigste Verwechslung ist Flamboyant Natural. Die beiden liegen bei der Konstruktion gleich und scheitern an denselben Teilen, deshalb sind sie leicht zu vertauschen. Sie trennen sich bei Volumen und Linie: Flamboyant Natural reicht von normal bis weit, hat eine gerade Linie mit stumpfen Kanten und braucht lange Linien, Soft Natural dagegen bleibt bei normalem Volumen, liegt zwischen gerade und rund und braucht eine weiche Schulter.
Auch Kibbes eigene Profile trennen die beiden am Körper. Sein Flamboyant Natural ist „mittelgroß bis sehr groß, meist 5 Fuß 5 Zoll und darüber“ (ab rund 165 cm), gerade statt kurvig und hat keine Sanduhrfigur, sein Soft Natural dagegen ist bis 5 Fuß 7 Zoll groß und neigt zur Sanduhr. Wenn dich Oversize verschluckt und eine sanfte Taille hilft, bist du auf der Seite von Soft Natural.
Der zweite Fehler: Man hört „weich“ und greift zu voller Drapierung. Das ist das Revier von Soft Dramatic, mit einer anderen Linie und einem anderen Volumen. Soft Natural liegt zwischen gerade und rund, deshalb können fließende Stoffe hier genauso fehl am Platz wirken wie steife, und Kibbes No-Go-Liste nennt allzu leichte, hauchdünne Stoffe gleich neben den steifen. Meistens ist ein Stoff mit etwas Stand die Antwort.
Der dritte betrifft Romantic, den Typ, den Soft Naturals laut Kibbe neben ihrem eigenen lesen sollen. Seine Anweisung: Ein Soft Natural ist „zuallererst ein Natural“, die romantische Seite kommt „in kleinen Dosen“ dazu. Romantic liegt näher am Körper und hat eine durchgehend runde Linie, Soft Natural behält seinen Spielraum.
Der letzte Irrtum kommt aus den Ratgebern. Mehrere beliebte Ratgeber zu Soft Natural empfehlen den Rock in A-Linie, während Kibbes Liste von 1987 „symmetrische Röcke (d. h. A-Linien)“ auf die No-Go-Liste setzt, neben lange, bleistiftschmale Röcke.
Deine Körpermerkmale wiegen mehr als dein Typ
Der Typ ist der Ausgangspunkt, und konkrete Körpermerkmale haben Vorrang. Jede der vier Achsen lässt einem Körpermerkmal Raum, sie zu überstimmen.
- Schultern (Konstruktion, Hauptachse). Breite Schultern schließen eine markante Schulter aus, und das bestätigt, was das Profil ohnehin sagt. Schmale Schultern sprechen dagegen eher für eine markante Schulter, deshalb verträgt ein Soft Natural mit schmalen Schultern mehr Kante, als das Typprofil allein erlaubt.
- Oberschenkel und Hüfte (normales Volumen). Kräftigere Oberschenkel schließen Hosen ohne Platz am Oberschenkel aus. Eine breitere Hüfte, etwa bei einer Birne, braucht mehr Platz statt weniger, und deshalb ist ein weiter Rock, der flach über der Hüfte liegt, Kibbes Wahl.
- Oberkörper und Beine (Vertikale neutral bis streckend). Ein längerer Oberkörper spricht für einen hohen Bund, und ein kürzeres Bein schließt einen tiefen Bund aus. Weil diese Vertikale neutral ist, darfst du die Silhouette an der Taille weiterhin unterbrechen.
- Taille (locker betont). Wo deine Taille sitzt, entscheidet, wo der geschmeidige Gürtel hingehört, und das kann dir kein Typprofil abnehmen.
Das ist der Unterschied zu einem Online-Test, der dir ein Etikett verpasst und es dabei belässt: Das Etikett grenzt das Feld ein, dein Körper entscheidet.
Häufige Fragen
Ja, wenn sie weich verarbeitet sind. Ein Blazer mit weicher Schulter und sanfter Taille passt zum Profil, und Kibbe erlaubt eine gepolsterte Schulter, solange sie nicht scharf oder steif ist. Was scheitert, ist der steife formelle Anzug, und er scheitert an der Konstruktion, nicht an der Idee einer Jacke.
Mittelgroß bis eher klein, bis 5 Fuß 7 Zoll (rund 170 cm), so Kibbes Umriss von 1987. Sein Flamboyant Natural ist meist 5 Fuß 5 Zoll (rund 165 cm) und darüber. Zwischen 5 Fuß 5 und 5 Fuß 7 entscheidet die Größe allein also nichts, das müssen Körper und Schultertest klären.
Nach Kibbes eigener Liste nicht. Metamorphosis stellt „symmetrische Röcke (d. h. A-Linien)“ auf die No-Go-Liste für Soft Natural. Stattdessen empfiehlt er einen weiten oder ausgestellten Rock, der flach über der Hüfte liegt, oder einen geraden Rock, der leicht, drapiert oder etwas zulaufend ist.
Nein. Kibbe schreibt, der Körper „neigt zur Sanduhrform, aber nicht extrem“. Das ist eine Tendenz, keine Regel. Figurtyp und Kibbe-Typ beantworten verschiedene Fragen, deshalb können zwei Frauen mit demselben Figurtyp bei verschiedenen Typen landen.
Weil ein Gürtel eine Taille andeutet, statt sie zu bauen. Eine sanft betonte Taille passt zum Profil, eine eingearbeitete Taille kollidiert mit der weichen Konstruktion, und die ist hier die Hauptachse.
Nein. Flamboyant Natural reicht von normal bis weit und hat eine gerade Linie mit stumpfen Kanten, Soft Natural dagegen bleibt bei normalem Volumen, liegt zwischen gerade und rund und bevorzugt eine weiche Schulter. In Kibbes Profilen unterscheiden sich auch die Körper: gerade und meist größer bei Flamboyant Natural, leicht kurvig bei Soft Natural.
Sein Hauptbeispiel in Metamorphosis ist Natalie Wood, und seine Liste nennt außerdem Carole Lombard, Goldie Hawn, Judy Collins, Sissy Spacek, Molly Ringwald, Teri Garr, Stefanie Powers, Liv Ullmann und Kelly McGillis. Er warnt, dass sie sich nicht immer vorteilhaft kleiden. Achte also auf den Gesamteindruck, statt Outfits zu kopieren.
Nimm die Struktur aus deinen Schultern. Eine markante Schulter ist bei diesem Profil ein deutliches Nein, und sie sitzt an den Teilen, für die man am meisten Geld ausgibt: Blazer, Anzug, Mantel.



