Gib dem Assistenten eine Datei über dich. Das KI-Profil (.md), das zu deiner Analyse von Wearly Labs gehört, enthält deinen Farbtyp, zu jeder der 50 Farben ein Urteil („Tragen“, „Kommt drauf an“ oder „Lassen“) mit Begründung sowie deinen Figurtyp, deine Linie und deine Schnitte. Leg es dorthin, wo dein Assistent Projektdateien aufbewahrt (ein Projekt in ChatGPT oder Claude, ein Gem oder Skill in Gemini), füg eine dauerhafte Anweisung hinzu, und jeder Chat prüft Produkte und Fotos an deinem Profil statt am Durchschnitt des Internets.
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KI-Chatbots sind berüchtigt für ihre nichtssagenden Stiltipps. Frag ChatGPT, was du anziehen sollst, und du bekommst ein Horoskop: „Ein gut sitzender Blazer ist vielseitig.“ Danke auch.
Das eigentliche Problem: Die KI weiß nichts über dich. Ändere das mit einer kleinen Datei, und aus dem Horoskop werden Ratschläge, die fast unheimlich konkret sind. Der Effekt zeigt sich auch mit einem schlichten Prompt: In einem Test von 2023 bekam die französische Marke Bonne Gueule von ChatGPT 3.5 vage, allgemeine Antworten, bis sie dem Modell Figurtyp, Körpergröße, Augenfarbe und Hautton nannte. Ihr Fazit: Wie treffend die Antworten sind, hängt von den Informationen ab, die das Modell vorab bekommt.
Die fehlende Zutat: du, maschinenlesbar
Zu jeder Analyse von Wearly Labs gehört ein KI-Profil im Markdown-Format (.md). Du lädst es auf deiner Seite unter „Mit KI verbinden“ herunter („.md herunterladen“, oder „Kopieren“, um den Text einzufügen). Das ist eine reine Textdatei, in der dein Stil als Daten steht:
- Dein Farbtyp, mit einem Urteil zu allen 50 Farben: „Tragen“, „Kommt drauf an“ (nur unterhalb der Taille oder nur als Akzent) oder „Lassen“, jeweils mit Begründung.
- Dein bestes Weiß, deine Version von Schwarz, dein Metall.
- Dein Figurtyp und deine Linie sowie eine Schnittübersicht: was funktioniert, was nur mit einer Bedingung funktioniert und was im Laden hängen bleibt. Materialien und Muster sind genauso sortiert.
- Kombinationen, die immer funktionieren, und die Listen mit allem, was ein „Lassen“ bekommt (Not your colors, Cuts to avoid): deine klaren No-Gos.
- Ein kurzer Block ganz oben, der dem Assistenten sagt, wie er das alles lesen soll.

Markdown ist deshalb wichtig, weil es reiner Text mit Struktur ist. Überschriften und Listen überstehen das Einfügen in jeden Chat, und der Assistent liest deine Urteile als Text statt aus einem Screenshot, den er mühsam entziffern müsste. Der Prompting-Leitfaden von OpenAI für GPT-4.1 empfiehlt Markdown-Überschriften, um einen Prompt zu gliedern, und schreibt, das Modell sei darauf trainiert, Struktur in verschiedenen Formaten zu verstehen. Die Datei funktioniert in dem Assistenten, den du schon nutzt, und auch dann noch, wenn du wechselst.
Was dein Assistent liest: ein Urteil und eine Begründung
In der Datei steht nicht „dir stehen warme Farben“. Sie gibt dem Assistenten zu jedem Teil ein Urteil und eine Begründung, damit jede Antwort die Begründung mitbringen kann. So sieht das in der Beispielanalyse aus, dem echten Ergebnis unseres Mitgründers Filip Poláček: Deep Autumn, den Wearly Labs Dark Autumn nennt, mit dem Figurtyp Trapez und einer mittleren Linie.
| Farbe oder Schnitt | Urteil | Die Begründung, die der Assistent kennt |
|---|---|---|
| Elfenbein | Tragen | Ein warmer, weicher Neutralton, der deinen dunkleren Farben eine Ruhepause gibt. |
| Reinweiß | Kommt drauf an: nur unterhalb der Taille | Klar und hell, aber ohne die Wärme, die dein Gesicht braucht. |
| Khaki | Kommt drauf an: nur unterhalb der Taille | Zu wenig Tiefe für dein Gesicht, an der unteren Körperhälfte passt es gut. |
| Tomatenrot | Kommt drauf an: nur als Akzent | In kleiner Dosis bringt es echte Sättigung, als ganzes Kleidungsstück wäre es zu schrill. |
| Koralle | Lassen | Zu hell, um sich neben deiner Tiefe zu behaupten. |
| Langes Overshirt bis Mitte Oberschenkel | Tragen | Seine Länge passt zu deinen Proportionen, so fällt die Vorderseite gerade und gleichmäßig. |
| Kastiges Overshirt | Lassen | So viel überschüssiger Stoff in Brusttaschen und Rumpf, dass deine eigene Form darin verschwindet. |
„Kommt drauf an“ sagt dir, wohin eine Farbe gehört. In der Beispielanalyse gehört Reinweiß an Hose und Schuhe, nicht an den Kragen, und Tomatenrot an Schal, Gürtel, Tasche oder Schuhe. Ein allgemeiner Chatbot weiß das nicht, deshalb fragt der Start-Prompt unten jedes Mal nach der Platzierung.
Die Beispielanalyse enthält auch Tests für den Laden, und der Assistent kennt sie ebenfalls. Für Farbe: Halte das Teil bei Tageslicht an deine Haut. Wirkt es weiterhin satt und warm statt blass, darf es mit nach Hause. Für Schnitte: Achte bei Hosen auf eine mittlere Leibhöhe, die knapp unter dem Nabel sitzt, und lass Oberteile über den Hüftknochen reichen, statt am Gürtel aufzuhören. Diese Tests gelten für Filip. Deine ergeben sich aus deinem eigenen Farbtyp, deinem Figurtyp und deiner Linie.
Einmal einrichten, in jedem Chat nutzen
Das machst du einmal, und jeder spätere Chat beginnt mit deinem Profil. Die drei Assistenten legen die Datei an verschiedenen Stellen ab (Stand Oktober 2026):
| Assistent | Wo die Datei liegt | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| ChatGPT | Ein Projekt namens „Mein Stil“, die .md-Datei als Quelle hinzugefügt. Jeder Chat im Projekt kennt dein Profil. | Die dauerhafte Anweisung gehört in die Projekteinstellungen. Schritt für Schritt: Dein KI-Profil in ChatGPT einrichten. |
| Claude | Ein Projekt: neues Projekt, die Datei zu seinem Wissen hinzugefügt, die Anweisung in den Projektanweisungen. | Anthropic schreibt, dass alle Projekte nutzen können, auch mit einem kostenlosen Konto, das bis zu fünf Projekte erlaubt. Schritt für Schritt: Dein KI-Profil in Claude einrichten. |
| Gemini | Häng die Datei an einen Chat oder speichere sie in einem Gem: neues Gem, die Anweisung, die Datei unter Knowledge. | Google stellt Gems in privaten Konten im November 2026 auf Skills um und schreibt, bestehende Gems würden automatisch umgestellt. Ein Skill nimmt die Datei als Referenzdatei an, und .md steht auf der Liste der unterstützten Formate. Schritt für Schritt: Dein KI-Profil in Gemini einrichten. |
| Keine Projekte in deiner App | Häng die Datei am Anfang eines Chats an. | Dreißig Sekunden statt fünf, und du wiederholst es in jedem neuen Chat. |
Dann füg diesen Start-Prompt ein, als Anweisung oder als erste Nachricht:
Das ist mein persönliches Stilprofil von Wearly Labs. Sei mein persönlicher Einkaufsberater. Immer wenn ich dir ein Produkt oder ein Foto schicke oder frage, was ich kaufen soll, gleich es mit meinen Farburteilen, meinem Figurtyp und meiner Linie sowie meinen Schnitten, Materialien und Mustern ab. Antworte zuerst mit „Tragen“, „Kommt drauf an“ oder „Lassen“ (im Profil: Wear, Depends, Skip), dann mit der Begründung in ein bis zwei Sätzen. „Tragen“ heißt: Es steht unter „Wear anywhere“ oder „Recommended cuts“. „Kommt drauf an“ heißt: Es steht unter „Yours, but only where the line says“ oder „Recommended with a condition“, und du nennst die Platzierung oder Bedingung: unterhalb der Taille, als Akzent, in einem längeren Schnitt. „Lassen“ heißt: Es steht unter „Not your colors“, „Cuts to avoid“ oder „Patterns to avoid“, oder es ist ein Material mit ⛔. Schlag bei einem „Lassen“ eine bessere Alternative aus meinem Profil vor, und schlag nie etwas aus diesen Listen vor. Antworte auf Deutsch.
Teste es, bevor du ihm vertraust. Frag etwas, das du auf deiner eigenen Seite nachprüfen kannst: Was ist mein bestes Weiß, und was trage ich statt Schwarz? In der Beispielanalyse lauten die Antworten Elfenbein und Espresso. Ein Absatz darüber, dass Schwarz zu allem passt, heißt: Die Datei wird nicht gelesen. Prüf also, ob sie im Projekt oder Gem liegt und nicht nur in einem früheren Chat.
Wird ein Upload abgelehnt, achte auf die Endung. In der Liste der Dateien, die Claude annimmt, nennt Anthropic TXT, aber nicht .md. Benenn die Datei in .txt um oder tipp auf deiner Seite auf „Kopieren“ und füg den Text ein. Der Inhalt ist derselbe.
Fünf Prompts, die sich lohnen
- Der Link-Check. Füg einen beliebigen Produktlink oder Screenshot ein: „Passt das zu mir?“ Du bekommst ein Urteil anhand deiner Palette und deiner Schnitte, mit Begründung statt Bauchgefühl. Frag danach „Warum?“, dann kommt die Begründung aus deinem Profil zurück.
- Die Umkleide. „Ich bin gerade bei Zara. Foto anbei, was soll ich mitnehmen?“ Funktioniert erstaunlich gut, sogar mit einem chaotischen Spiegelfoto der Kleiderstange aus der Umkleide. Ladenlicht und Handykameras verschieben Farben, also richte dich bei der Farbe nach dem Namen auf dem Etikett und nach dem Tageslichttest von oben.
- Die Reisekapsel. „Fünf Teile für eine Woche Lissabon im Juni, aus meiner Palette, alles miteinander kombinierbar.“
- Der Schrank-Check. Fotografier ein Regalfach: „Welche Teile verdienen ihren Platz, welche nicht, und warum?“ Mach dich auf etwas gefasst.
- Der Geschenkhelfer. Häng das Profil von jemand anderem an: „Ein Pullover zum Geburtstag für sie, unter 100 Euro, drei Vorschläge.“ Frag sie vorher: Die Datei beschreibt auch ihren Körper, nicht nur ihre Farben.
Was es nicht kann
Ganz ehrlich: Der Assistent sieht auf einem Produktfoto nicht, wie ein bestimmtes Teil an deinem Körper sitzt, die Passform klärst du also in der Umkleide. Deine Größe kennt er auch nicht: Brustumfang, Taillenumfang und Innenbeinlänge stehen nicht in der Datei, weil der Fragebogen sie nicht abfragt. Ergänz sie, wenn du Hilfe bei der Größe willst.
Und er weiß nur, was im Profil steht. Wenn Rost zu deinen Kernfarben gehört, greift der Assistent immer wieder zu Rost, bis du ihm sagst, dass du schon vier Teile in Rost hast, und ihn bittest, abzuwechseln. Ein sehr eifriger Assistent eben. Widerspricht eine Antwort deiner Seite, gilt deine Seite: Dort stehen Urteil und Begründung.
Der leise Vorteil: keine Bindung
Manche Stil-Apps behalten den KI-Stylisten in der App und lassen ihn sich monatlich bezahlen. Acloset zeigt in seinem App-Store-Eintrag zum Beispiel Abos von 3,99 bis 24,99 USD im Monat (Stand Oktober 2026), und unser Überblick über KI-Tools zur Farbanalyse behandelt die anderen. Das .md-Profil setzt auf das Gegenteil. Es ist deine Datei: Du lädst sie von deiner Seite herunter, kannst jede Zeile lesen und bearbeiten, sie funktioniert in jeder KI und braucht uns nach dem Kauf nicht mehr. Wir sind lieber die Analyse, die du einmal kaufst, als die App, die du zu kündigen vergisst.
Häufige Fragen
Die, die du schon nutzt. Nimm die, für die du ohnehin zahlst, oder die kostenlose Version, die dir gefällt: Die Hauptarbeit macht das Profil, nicht das Modell. Unterschiedlich ist nur, wo jeder Assistent die Datei zwischen den Chats aufbewahrt, und das zeigt die Tabelle oben.
Das kannst du, und der Bonne-Gueule-Test oben zeigt, dass Details helfen. Eine Datei liefert, was mühsam neu zu tippen ist: ein Urteil und eine Begründung für jede der 50 Farben, deine Schnitte mit ihren Bedingungen und die Platzierung zu jedem „Kommt drauf an“. Außerdem bleibt sie in deinem Projekt, du richtest sie also nur einmal ein.
Ja, es ist reiner Text. Schreib „keine Wolle, kratzt“ dazu, deine Größen oder eine Marke, bei der du oft kaufst. Deine Änderungen fließen in jede künftige Antwort ein, sobald die neue Datei in deinem Projekt die alte ersetzt.
Nicht zuverlässig, teste es also einmal. Googles Hilfeseite schreibt, dass Gems nicht mit Gemini Live genutzt werden können (Stand Oktober 2026), und die Seite von Anthropic zum Sprachmodus sagt nicht, ob der Sprachmodus Projektdateien liest. Frag laut „Was ist mein bestes Weiß?“ und schau, ob die Antwort aus deinem Profil kommt. Wenn nicht, tipp oder diktier deine Frage in einem normalen Chat, an den die Datei angehängt ist.
Nur Text, und keine Fotos. Die Datei enthält den Namen, den du angegeben hast, deine Urteile und Begründungen, deine Schnitte und die Körperangaben, die du eingetragen hast, etwa Körpergröße und Gewicht. Fotos werden etwa 15 Minuten nach der Analyse gelöscht, in jedem Fall innerhalb von 24 Stunden, und nie zum Training verwendet. Sobald du die Datei anhängst, liegt sie im Chatverlauf des jeweiligen Assistenten und unterliegt den Datenschutzeinstellungen dieser App. Es ist reiner Text, du kannst also jede Zeile lesen, bevor du sie anhängst.



